5 Probleme von Erklärvideos, oder: Warum wir keinen Film mit „Das ist Klaus“ beginnen.

16. Januar 2019

Erklärvideos sind tot

Unter den Begriff „Erklärvideo“ fallen Videos, die Konzepte oder Funktionsweisen in einer verständlichen Weise erklären. Wir meinen in diesem Artikel aber nur eine sehr bestimmte Gattung von Video. Es sind dies die typischen „Whiteboard-Animationen“, die meist mit „Das ist Klaus“ beginnen. Diese Person steht als gezeichnete Figur im Bild. Der Erzähler (oder die Person selbst) erklärt, welches Problem die Figur hat. Anschließend wird dargestellt, dass ein gewisses Produkt eine Lösung für das Problem bietet. Am Ende des Films ist der Charakter dank des vorgestellten Produktes wieder glücklich. Um diese Geschichte zu erzählen werden eine oder mehrere menschliche Figuren und eine dazu passende Umgebung animiert, oft sieht man auch eine Hand mit Stift im Zeitraffer, die vor unseren Augen den Film zeichnet.  

Verstehen Sie uns nicht falsch, wir lieben Animationsvideos und die Möglichkeiten, die sie uns bieten. Die gerade beschriebene Art von Videos hat jedoch ein Problem. Fünf Probleme, um genau zu sein:

1.) Erklärvideos sind schlecht im Erklären

Am deutlichsten erkennbar wird das bei hochtechnischen Themen und komplexen Prozessen. Da können sich die Charaktere den animierten Mund fusslig reden, komplizierte Mechanismen lassen sich ohne grafische Unterstützung nicht erklären. Handelt das Video beispielsweise von der Funktionsweise einer Maschine, zeigt man am besten das Innere der Maschine in einer 3D-Animation. Andere komplexe Vorgänge lassen sich am besten mit animierten Icons und typografischen Elementen visualisieren. Wieder andere Geschichten brauchen zur grafischen Unterstützung eine abstrakte Erzählform und einen adäquaten Animationsstil, der eben nicht gegenständlich ist. Kurz: es gibt eigentlich immer einen alternativen und besseren Animationsstil zum “Erklärvideo”.

2.) Großer Aufwand, wenig Wirkung

So einen klassischen Erklärfilm aufzubauen kostet viel Zeit: es muss ein Charakter entworfen werden, sowie eine dazu passende Umgebung mit detaillierten Grafiken (z.B. ein Büro mit Tisch, Stühlen, Bildschirm, Deko usw.). Darüber hinaus muss dieser Charakter noch animiert werden. Charakteranimation ist sehr aufwändig, schließlich müssen alle Körperteile, sowie Augen und Mund glaubwürdig bewegt werden. Zugegeben, es gibt auch fertige Vorlagen oder Tools im Internet, mit denen man schnell Videos „zusammenklicken“ kann. Diese wirken aber richtig billig und alle unsere fünf Gründe gelten für diese Vorlagen natürlich umso mehr. Entscheidet man sich trotzdem dafür, all diesen Aufwand in Kauf zu nehmen, stellt sich schlussendlich die Frage, was einem das bringt. Denken Sie mal darüber nach: Warum sollte man einen gezeichneten Menschen animieren, der in die virtuelle Kamera spricht, und das Ganze stattdessen nicht mit einer wirklichen Person filmen? Das bringt dem Video keinen Mehrwert, sondern ist einfach nur mehr Aufwand. Außerdem gehen dabei der Charme und die Überzeugungskraft des Sprechers verloren.

3.) Erklärvideos erzählen alle die gleiche Geschichte

Erklärvideos haben eine sehr eingeschränkte Erzählweise, der Ablauf ist ja im Wesentlichen immer der gleiche. Jedes Animationsvideo hat sich aber seine eigene Geschichte, seine eigene Herangehensweise verdient. Schließlich sind ja auch die Unternehmen, die dahinter stehen, grundverschieden. Steht immer eine einzelne Person im Mittelpunkt der Erzählung, wird man bei vielen Videos schnell Schwierigkeiten haben, eine passende Erzählweise zu finden. Viele Unternehmen haben ganz unterschiedliche Zielgruppen oder haben eine Story zu erzählen, bei der eine Animation, die mit “Das ist Klaus” beginnt, schnell an ihre grenzen stoßen würde. In solchen Fällen setzen wir gerne ein abstraktes Storytelling ein oder arbeiten gerne mit Metaphern. Generell zahlt sich der Einsatz von Charakteren in den wenigsten Fällen aus. Selbst wenn man sich dafür entscheidet Charakteranimation einzusetzen, kann es hilfreich sein die Figuren zu abstrahieren. Je menschenähnlicher eine Figur ist, desto schwerer fällt es, sich mit dieser Figur zu identifizieren und das soll natürlich vermieden werden.

4.) Alle Erklärvideos sehen gleich aus

Ist so. Im Wesentlichen sind alle Erklärvideos austauschbar. Wäre es nicht besser ein Animationsvideo auf die Brand-Story und das CI eines Unternehmens abzustimmen? Dann fügt sich das Video nahtlos in den restlichen Auftritt des Unternehmens ein.

5.) Alle haben schon eins

Es gibt inzwischen unzählige Plattformen, die billige Erklärvideos von der Stange anbieten, teilweise kann man diese auch selbst online zusammenstellen. Dementsprechend viele Unternehmen nutzen diese Art von Video bereits. Ein Erklärvideo sticht also nicht mehr aus der Masse heraus. Damit lassen sich keine Kunden begeistern. Wenn man eine herausragende Geschichte zu erzählen hat, aber diese schlecht rüberbringt, wird das Publikum sich dafür auch nicht interessieren. Und das wäre schade.

Animation bietet unendlich viele Möglichkeiten, Geschichten zu erzählen und für jede Geschichte gibt es den dazu passenden Animationsstil. Welcher Animationsstil zu welcher Geschichte passt, erklären wir in einem unserer nächsten Blogartikel.

Wenn Sie nicht warten wollen, kontaktieren Sie uns umgehend und wir finden die richtige Erzählweise für Ihre Geschichte.

 

← Back